«Sauver le corps» jetzt in Berlin!

Temporär geschlossene Imbissbuden in Berlin im Frühjahr 2021

Nach ihrer ersten Station in Arles wird die Gruppenausstellung «Sauver le corps» ab 14. Oktober im Institut Français Berlin zu sehen sein! Morgen startet der Aufbau; Eröffnung wird am 13. 10. sein.
Beteiligt sind Mitglieder der Fotografengruppen Paris›Berlin fotogroup und LesAssociés: Holger Biermann, Chiara Dazi, Alexandre Dupeyron, Anton Roland Laub, Élie Monferier, Joël Peyrou, Olivier Panier des Touches, Sebastian Rosenberg, Renko Recke, Torsten Schumann, Andreas Trogisch und Barbara Wolff.
Zentrales Thema ist das Lebensgefühl in der Pandemie: Eine Bilanz nach fast zwei Jahren Covid-19, beobachtet unter anderem in Frankreich, Deutschland und China.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Christel Boget und Eva Gravayat.

Ausstellungsansichten, Oktober 2021

Sauver le Corps
Institut Français Berlin
Kurfürstendamm 211
10719 Berlin

14. Oktober–13. November
Mo–Fr: 14–18 Uhr Sa: 11–15 Uhr
Eintritt frei
Vernissage am 13. 10. um 19 Uhr mit Filmvorfürung
Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bleibt Pflicht.

Update: «Sauver le corps» wandert

Nachdem die Gruppenausstellung «Sauver le corps» der ParisBerlin>fotogroup während der «Rencontres de la photograpie» in Arles gezeigt wurde, geht sie ab August auf Wanderschaft: Zuerst nach Buisson de Cadouin (Dordogne, Frankreich) und ab dem 13. 10. nach Berlin ins Institut Français!

Update Arles

Hier einige Ansichten der Ausstellung «Sauver le corps» in der Fondation Manuel Rivera-Ortiz in Arles. Das sind Screenshots der wunderbaren kompletten 3D-Dokumentation des Hauses der Ortiz-Stiftung. Die komplette Tour kann man hier sehen.

Live in Arles: «Sauver le Corps» in der Fondation Manuel Rivera-Ortiz

Berlin 2021

«Heute zu (morgen auch)»: Auf den esten Blick scheint Corona unser aller alltägliches Leben zu entschleunigen. Es lädt die Privilegierten unter uns zu mehr Kontemplation ein und es verlangsamt das Wirtschafts- und Kulturleben. Gleichzeitig werden auch Prozesse beschleunigt, wie zum Beispiel die Vergrößerung der gesellschaftlichen Unterschiede, oder, weniger neutral ausgedrückt, der sozialen Spaltung. Das sieht man an der Gentrifizierung, die in Berlin unvermindert im Gang ist und dessen sichtbarer Ausdruck die Baustellen sind, die trotz erster, zweiter und dritter Welle weiterarbeiten, als gäbe es keine Pandemie.
An einigen Orten treffen die Welten des neuen Reichtums und des «gewöhnlichen» Lebens materiell sichtbar aufeinander – zum Beispiel an der Rückseite des Berliner Ostbahnhofs. Dort bilden etwa 20 Imbissbuden eine Art Dörfchen für Reisende und Gestrandete. Die Namen der Buden klingen nach weiter Welt: «Samara», «Palamera», «Bilbay», manchmal aber auch nur «Asiatische Spezialitäten», «Alt-Berlin» oder «Käsekönig». Man weiß nicht, wodurch ihr Verschwinden letztlich bewirkt wird: Entweder wird ihnen die Kraft fehlen, aus ihrem erzwungenen Dornröschenschlaf wieder aufzuwachen oder sie werden einfach beiseitegeschoben, um das Umfeld für die neuen UrbanLivingCreativeLifestyle-Immobilien aufzuwerten. – – – Aber nein: Das Ende des Marktes will keiner, auch nicht die Stadt, die an den Standmieten gut verdient. Der «Käsekönig» ist einzige Laden, der wirklich abgerissen wird, aber nur um vorne in der Straße in ein festes Haus einzuziehen. Erzählt hat mir das der Betreiber des orangen Oktogons, das ich immer geschlossen gesehen habe, bis ich einmal vor 14 Uhr da war – die Öffnungszeiten richten sich nämlich nach den Bedürfnissen der Arbeiter der riesigen Baustelle nebenan. Er selber wird auch umziehen: 20 Meter näher an den Bahnhof, in einen nagelneuen Container, den er schon bestellt hat, weil sein Achteck zu baufällig für eine Demontage wäre.

Ich freue mich, dass ein Teil der Serie in der Gruppenausstellung «Sauver le corps» zu sehen ist, die im Juli im Programm der Rencontres de la photograpie in Arles in den wunderbaren Räumen der Ortiz-Stiftung zu Gast ist. Die Ausstellung wird kuratiert von Christel Boget, Organisatorin der Paris›Berlin Fotogroup.

Zu sehen vom 7. Juli bis 26. September in der Fondation Manuel Rivera-Ortiz, 18 Rue de la Calade, 13200 Arles

Finale …

Schade einerseits, Glück gehabt andererseits – auf Einladung der Malerin und Kuratorin Dorit Bearach darf ich (als einer von ganz wenigen Fotografen unter vielen Malern, Zeichnern und Bildhauern) bei der letzten Ausstellung in der Alten Schule Adlershof dabeisein. Erst nachdem ich meine Bilder abgegeben hatte, habe ich erfahren, warum die Ausstellung «finale!» heißt: Nach 17 Jahren schließt die Galerie mit der Finissage am 28. November für voraussichtlich zwei Jahre für die Sanierung des Gebäudes.
Vertreten sind: Michael Augustinski, Stefka Ammon, Horst Bartnig, Dorit Bearach, Anna Braun, Ingmar Bruhn, Reinhard Buch, Liz Crossley, Flavio Degen, Michael De Maiziere, Wolfgang Domröse, Christina Düwel, Andrea Engelmann, Florian Flierl, Dieter Goltzsche, Reinhard Grimm, Thomas Habedank, Sylvia Hagen, Heinz Handschick, Ralf Jenke, Jürgen Köhler, Sebastian Körbs, Georg Krause, Gudrun Kühne, Michael Kutzner, Helge Leiberg, Angelika Ludwig, Monika Meiser, Sibylle Meister, Felix Müller, Barbara Müller-Kageler, Lorcan O’Byrne, Hans Scheib, Alexander Schippel, Peter Schnaak, Jutta Schölzel, Anna-Franziska, Schwarzbach, Kerstin Seltmann, Reinhard Stangl, Henry Stöcker, Andreas Trogisch, Kata Unger, Trak Wendisch, Peter Weinreich, Bernd Wilde und Karla Woisnitza.

finale!
Galerie Alte Schule Adlershof
17. 10.–28. 11. 2020
Dörpfeldstraße 54–56
12489 Berlin
Di–Sa 12–19 Uhr, Fr nur bis 17 Uhr, Sa erst ab 15 Uhr

Size does matter!

Manchmal kommts eben doch auf die Größe an: Zum ersten Mal sind zwei Zahlen aus der Serie «Runway/Signs» in Lebensgröße zu sehen: 9 × 3 Meter groß sind die Rollbahnmarkierungen vom Tempelhofer Feld. Zu sehen in der Ausstellung «Ein Paradies von einer Stadt» noch bis zum 2. Oktober in der Mattäuskirche am Kulturforum am Potsdamer Platz.

Bauwut

Eintagsfliege in Hamburg: Peter Lindhorst und Kai Cassuben veranstalteten wieder einmal eine ihrer Mini-Ausstellungen, die den Rahmen für eine Lesung und einen anschließenden geselligen Abend bieten – am nächsten Morgen ist die Show vorbei. Diesmal hieß das Thema «Bauwut»: Es ging um ein gewisses Fremdeln mit der Architektur im Allgemeinen, ausgedrückt aber in mehr oder weniger spezifischen Bildern. Ich freue mich, zwei davon beisteuern und dafür den ganzen Abend japanischen Gin Tonic für umsonst trinken gedurft zu haben.

Enfants Artspace, Pilatuspool, Hamburg

100 Jahre DFA/GDL – 1000 Wirklichkeiten

Vorbereitung des Jubiläumsfotos, im Bild Jürgen Scriba (l.) und Wolfgang Gscheidle; im Hintergrund in der Abteilung «Struktur und Individualität» mein Bild vom U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße aus dem Jahr 2017. Hamburg, Haus der Photographie, Deichtorhallen, 2019

Zum 100. Geburtstag der Deutschen Fotografischen Akademie (am 18. August 1919 als «Gesellschaft deutscher Lichtbildner» in Erfurt gegründet) schenkte sich der Verein eine grandiose Ausstellung, mit der man das Haus der Photographie locker dreimal hätte füllen können. Zu sehen waren Werke, die von den aktuellen Mitgliedern zur Ausstellung eingereicht wurden, aber auch Bilder aus dem Archiv (F.C. Gundlach, Peter Keetman, Otto Steinert und viele andere) sowie Repros von Büchern – alle zusammen erzeugten in ihren Originalrahmungen oder als Kaschierung auf der Wand einen wunderbaren Eindruck von harmonischer Vielfalt, der sich hervorragend vermittelt im virtuellen Rundgang von Jürgen Scriba.

Ausstellungsansichten

Eine Woche lang wurde die «begehbare Debatte» mit öffentlichen Präsentationen und Diskussionsrunden bespielt, über 3000 Besucher wurden in den leider nur 5 Tagen gezählt, an denen die Ausstellung geöffnet war. Höhepunkte waren auf jeden Fall die Ausstellungsführungen, unter anderem mit dem Kurator, über den DFA-Präsident Ingo Taubhorn zu Recht sagte: «Leidenschaft für die Fotografie hat einen Namen: Wolfgang Zurborn!».

Präsentationen und Ausstellungsführungen von und mit Wolfgang Zurborn und Linn Schröder

Finissage/Reden über Bücher

Fotos: Heike Grebin

Letzter Tag der Ausstellung «Auge» im Schoeler.Berlin: Im Gespräch mit Oliver Möst über das Fotobücher-Machen. Ausgangspunkt war unsere Bekanntschaft, die 2010 in der Fotobuchhandlung 25books begann. Selbstverständlich wurde auch über unseren gemeinsamen Verleger Hannes Wanderer gesprochen, der im September letzten Jahres gestorben ist. Ich bedanke mich beim ebenso aufmerksamen wie fachkundigen Publikum – und natürlich bei Oliver, der mich zur Teilnahme an dieser Gruppenausstellung mit Thomas Fißler und Edgar Zippel eingeladen hat.

Fun in Nantes

Nach zwei Jahren Vorbereitung stellt die Galerie Confluence meine Serie «Vineta» aus. Einerseits im regulären Programm der Galerie, andererseits aber auch im Rahmen des lokalen Fotofestivals «qpn», was für «Quinzaine Photographique de Nantes» steht und diesmal das Leitthema «Fun» hat. Außerdem ist die Galerie auch Teil des Netzwerks «Diagonal», das 23 Einrichtungen für die Fotografie quer durch Frankreich miteinander verbindet und das dieses Jahr 10 Jahre alt wird; «Vineta» ist der Jubiläumsbeitrag der Galerie Confluence.
Von Nantes kann man nur begeistert sein: Diese Stadt spielte bisher in meiner Wahrnehmung keine Rolle – und steht auf einmal weit oben auf meiner Liste der ‹guten Orte›. Das lag nicht nur am schönen Wetter, sondern vor allem an den herzlichen und interessierten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Zuallererst sind dabei zu nennen die Leiterin der Galerie, Yolande Mary sowie der Präsident der Assoziation, Bruno Nourry –und nicht zuletzt Emilie Houssa, die als rechte Hand der beiden eine äußerst hilfreiche Rolle spielte.
Besonders bemerkenswert mal wieder der grundsätzliche Unterschied in der öffentlichen Wertschätzung von Kunst und Kultur in Frankreich, das sich auch tatsächlich in Form von öffentlichem Geld dafür ausdrückt. Und außerdem versuche ich mir gerade eine mittelgroße deutsche Stadt vorzustellen, die einen Empfang im Rathaus zur Eröffnung des lokalen Fotofestivals gibt … vielleicht etwa das gleich große Mannheim?

Galerie Confluence, v.l.: Yolande Mary (Galerieleiterin) und Emilie Houssa (Assistentin)
Empfang im Rathaus – pardon – ‹Hotel de ville› zur Eröffnung des Festivals ‹qpn›
Nach der Ausstellungseröffnung, Galerie Confluence