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Arbeit am Seitenablauf

Mein nächstes Buch nimmt Gestalt an: Es befasst sich mit nichts Geringerem als der Entstehung der Welt, allerdings mit der Einsicht, dass auch Gott manchmal Montagsprodukte herstellt. Gerechterweise muss man aber einräumen, dass wohl auch das Design schon nicht das allerintelligenteste war. Und selbstverständlich wird auch das Buch nicht perfekt sein, auch wenn mir es so scheinen wird.

Bauwut

Eintagsfliege in Hamburg: Peter Lindhorst und Kai Cassuben veranstalteten wieder einmal eine ihrer Mini-Ausstellungen, die den Rahmen für eine Lesung und einen anschließenden geselligen Abend bieten – am nächsten Morgen ist die Show vorbei. Diesmal hieß das Thema «Bauwut»: Es ging um ein gewisses Fremdeln mit der Architektur im Allgemeinen, ausgedrückt aber in mehr oder weniger spezifischen Bildern. Ich freue mich, zwei davon beisteuern und dafür den ganzen Abend japanischen Gin Tonic für umsonst trinken gedurft zu haben.

Enfants Artspace, Pilatuspool, Hamburg

Stolz wie Bolle

Dieses Jahr ist das Jahr der alten Bilder: Nach den Ausstellungen in München («Von Ferne. Bilder zur DDR»), Arles («Murs»), Nantes («Vineta») erfahren meine Fotos aus den Jahren 1985 und 1990 noch einmal eine neue Dimension der Verbreitung: im Bereich «Photo» auf der Website der französischen Zeitung «Liberation».

Screenshot der Titelseite der Vineta-Serie unter Liberation/Photographie/Berlin. Avant et après la chute du mur; Liberation.fr, 8.9.2019

Finissage/Reden über Bücher

Fotos: Heike Grebin

Letzter Tag der Ausstellung «Auge» im Schoeler.Berlin: Im Gespräch mit Oliver Möst über das Fotobücher-Machen. Ausgangspunkt war unsere Bekanntschaft, die 2010 in der Fotobuchhandlung 25books begann. Selbstverständlich wurde auch über unseren gemeinsamen Verleger Hannes Wanderer gesprochen, der im September letzten Jahres gestorben ist. Ich bedanke mich beim ebenso aufmerksamen wie fachkundigen Publikum – und natürlich bei Oliver, der mich zur Teilnahme an dieser Gruppenausstellung mit Thomas Fißler und Edgar Zippel eingeladen hat.

Fun in Nantes

Nach zwei Jahren Vorbereitung stellt die Galerie Confluence meine Serie «Vineta» aus. Einerseits im regulären Programm der Galerie, andererseits aber auch im Rahmen des lokalen Fotofestivals «qpn», was für «Quinzaine Photographique de Nantes» steht und diesmal das Leitthema «Fun» hat. Außerdem ist die Galerie auch Teil des Netzwerks «Diagonal», das 23 Einrichtungen für die Fotografie quer durch Frankreich miteinander verbindet und das dieses Jahr 10 Jahre alt wird; «Vineta» ist der Jubiläumsbeitrag der Galerie Confluence.
Von Nantes kann man nur begeistert sein: Diese Stadt war bisher ein Ort, der in meiner Wahrnehmung keine Rolle spielte und auf einmal weit oben auf meiner Liste der ‹guten Orte› steht. Das lag nicht nur am schönen Wetter, sondern vor allem an den herzlichen und interessierten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Zuallererst sind dabei zu nennen die Leiterin der Galerie, Yolande Mary sowie der Präsident der Assoziation, Bruno Nourry –und nicht zuletzt Emilie Houssa, die als rechte Hand der beiden eine äußerst hilfreiche Rolle spielte.
Besonders bemerkenswert mal wieder der grundsätzliche Unterschied in der öffentlichen Wertschätzung von Kunst und Kultur in Frankreich, das sich auch tatsächlich in Form von öffentlichem Geld dafür ausdrückt. Und außerdem versuche ich mir gerade eine mittelgroße deutsche Stadt vorzustellen, die einen Empfang im Rathaus zur Eröffnung des lokalen Fotofestivals gibt … vielleicht etwa das gleich große Mannheim?

Galerie Confluence, v.l.: Yolande (Galerieleiterin) und Emilie Houssa (Assistentin)
Empfang im Rathaus – pardon – ‹Hotel de ville› zur Eröffnung des Festivals ‹qpn›
Nach der Ausstellungseröffnung, Galerie Confluence

Le voyage à Nantes

Nantes 2019

Kurt Wanski



Kurt Wanski war, was ich bis zur Veröffentlichung meines Buchs «Vineta» nicht wußte, außer einem «Original» auch ein unermüdlicher Zeichner. Nachdem ich erst 2015 erfahren habe, wen ich da 1985 mehrmals fotografiert habe, bekam ich Kontakt zu einigen seiner vielen Fans. Einer von ihnen, Jürgen Köhler, der selbst ein wunderbarer Zeichner ist, hat ihm mit einer souverän gestalteten und hervorragend gedruckten Monografie ein würdiges Denkmal gesetzt. Mein Porträt von Kurt Wanski ist darin enthalten, was mich sehr freut.