I took the train …

… um in Passau meine Ausstellung «Raods Not Taken» zu eröffnen. Ich habe eine ebenso professionelle wie persönliche Betreuung durch die soiz Galerie genossen – vielen Dank an Eva Riesinger! Was weiter zum angenehmen Eindruck beigetragen hat, war das zahlreich erschienene, kundige und aufgeschlossene Publikum. Durchaus schmeichelhaft, einen ganzen Abend lang zu den eigenen Bildern ausgefragt zu werden.
Erste publizistische Reaktionen gibt es inzwischen auch schon.

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© soiz Galerie (6), Andreas Trogisch (2)

Andreas Trogisch: «Roads Not Taken»
15.09.2018 – 19.10.2018
Soiz Galerie
Schustergasse 19
94032 Passau

Öffnungszeiten: Mittwoch–Freitag 15–19 Uhr
Samstag 11–15 Uhr

Tagesspiegel, 16. September 2018

… mit Dank an Matthias Reichelt.

Nachrufe:
Expose Verlag (Hansgert Lambers)
taz (Jörg Colberg)
Freelens (Andreas Trogisch)
Perlentaucher (Peter Truschner)
oks.lab (Andreas Trogisch)
Wanderer Werbedruck (Jochen Wanderer)
Fotofeinkost (Martina Mettner)
Buchmarkt.de
Kunstforum
Deutschlandfunk Kultur

Hannes


Ein Maniac ist gegangen.
Einer, wie es wirklich wenige gibt. Von wie vielen wird behauptet, sie würden für ihre Mission leben – bei diesem traf es zu. Er hatte eine Leidenschaft, und die war ausschließlich. Sie war nicht das abseitige Hobby eines vom Leben Enttäuschten. Im Gegenteil – er hatte schon eine erfolgreiche Karriere hinter sich, als er sich auf das zu konzentrieren begann, was ihm wirklich wichtig war: die Fotografie und ihre Repräsentation in Buchform – und es wurde seine zweite Erfolgsgeschichte: Über 100 Titel sind in seinem Verlag Peperoni Books erschienen. Da spielte eine fämiliäre Disposition eine große Rolle, denn immerhin war er wie Vater und Bruder gelernter Drucker*. Aber er war eben auch Fotograf und, das ist für die weitere Geschichte wichtig, ein an der Arbeit anderer Fotografen Interessierter.
Sein Leben war in den letzten vierzehn Jahren das Publizieren, ach was, das Kuratieren von Fotobüchern. Was er nicht für richtig und wichtig hielt, hatte in seinem Verlag keine Chance – unabhängig von den Qualitäten, die andere in den ihm angebotenen Projekten sahen.
Hannes hat sich aufgebraucht für dieses Lebensprojekt. Sein Abgang kam nicht aus dem heiteren Himmel; es war ein Finale mit Ansage. Wer einmal seine Fingernägel gesehen hatte, ahnte, dass in diesem Leben kein Platz mehr war für solche Nebensächlichkeiten wie Maniküre, Familie, Muße. Ich habe mich immer gefragt, wie jemand, der dermaßen in Anspruch genommen ist von den Alltäglichkeiten des Buchhandelsgeschäfts – Kassenabrechnung, Postversand, Zollamt, Kundengespräch, Steuererklärung, Reklamationen, Werbung, Messen, dem perfektionistischen Management des Verlages von der inhaltlichen Programmatik bis zur Druckmaschine und – last not least – den Vorträgen und Workshops in aller Welt – immer noch fundiert über jedes der Bücher sprechen konnte, die in seinem Laden lagen. Und er wusste immer mehr, als im Klappentext stand.
Dass Hannes Raubbau mit seiner Gesundheit trieb, sah jeder, der Augen hatte, was man ja gerade bei Fotografen voraussetzen kann. Für sie alle hat er gearbeitet, für ihre, unsere, meine Eitelkeit, in die Geschichte einzugehen mit einem Buch. Hannes ist auch für mich gestorben.

* Berichtigung: Hannes war gelernter Reprofotograf. Dank an Jochen Wanderer für den Hinweis, s. Kommentar vom 13.11.