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«Schwarz-weiss-Fotografie ist die Kunst, ein Drama zu erzählen, ohne ein Ereignis zu haben.» – Leider kann ich nicht mehr herausbekommen, wer diesen genialen Satz gesagt hat. Dieses Drama hier ist dieses Wochenende in der berliner Straße der Pariser Kommune zu sehen gewesen.

Good Photonews

Peter Lindhorst hat in der aktuellen Ausgabe der Photonews eine Rezension zum Buch «Vineta» veröffentlicht, die mir und dem Verleger wie Musik in den Ohren klingt – nicht nur weil sie des Lobes voll ist, sondern auch, weil sie so schön geschrieben ist:

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Berlin 1985

Dieses Mädchen. Steht da und rührt sich nicht. Schaut mich unverwandt an, ich blicke zurück. Als ich ein «Hallo» rufe, erwidert es den Gruß nicht. Das Mädchen drückt sich in eine Ecke, in der unverputzte Mauern zusammenlaufen. Eine Lücke klafft in der Wand. Plötzlich gibt es mir mit seinem Blick zu erkennen, dass ich ihm folgen soll. Ich zwänge meinen Körper durch das Loch und taste ich mich im Dunklen vor. Das Mädchen bewegt sich so geschickt vorwärts, dass ich ihm kaum folgen kann. Als ich um eine Ecke stolpere, schallt mir Musik entgegen. Plötzlich stehe ich vor einem Ausgang, durch den Licht flutet. Beim Ausstieg sehe ich einen Mann mit bizarrem Kopfschmuck und Showmaster-Sonnenbrille, der  auf einer Parkbank sitzt und Mundharmonika spielt. „Good Photonews“ weiterlesen

Ebenfalls noch 12 Tage …

Heute kamen die Einladungskarten!
Heute kamen die Einladungskarten!

Die Ausstellung «Vineta» nähert sich ebenso schnell: Am 8. September wird sie im Tempelhof Museum in Berlin eröffnet. Die dortige Galere zeigt im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie eine Ausstellung mit Bildern aus meinem Buch «Vineta», das in diesem Frühjahr bei Peperoni Books erschienen ist. «Vineta» enthält Straßenporträts aus dem Jahr 1985 sowie berliner Stadtlandschaften aus dem letzten Sommer der DDR – der anarchischen Agonie zwischen Volkskammerwahl und Währungsunion 1990.

Bei der Eröffnung werden natürlich neben der Galerieleiterin Barbara Esch Marowski und mir auch Anja Maier, die Autorin des wunderbaren Begleittextes sowie Hannes Wanderer, der Verleger des Buchs, anwesend sein werden. Wir freuen uns auf viele Besucher!

Noch 12 Tage …

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In Riesenschritten nähert sich der Eröffnungstermin meiner Ausstellung in Amsterdam: Unter dem zusammenfassenden Titel «Replies» werden Bilder aus dem gleichnamigen Buch sowie Teile der Serien «Asphalt» und ein «Runway»-Bild gezeigt. Die Einladungskarte wurde von Irma Boom gestaltet!

Andreas Trogisch: Replies
Ausstellungseröffnung:
3. 9. 2016, 17-19 Uhr
Ausstellungsdauer: 4. 9.–8. 10. 2016
Galerie Wouter van Leeuwen
Hazenstraat 27
1016 SM Amsterdam

Die Serie «Replies»

Galerie Wouter van Leeuwen

Zufallsfund

Einen faszinierenden Erkenntnisgewinn brachte mir heute ein Facebook-Beitrag meines Freundes Frank Diersch, der auf eine Website aufmerksam machte, die dem Andenken von Kurt Wanski (1922–2012) gewidmet ist.

Mundharmonika spielen lernte Kurt Wanski 1928, im gleichen Jahr, in dem er anfing zu zeichnen. 1982, mit 72 Jahren, hatte er die erste Ausstellung mit seinen Zeichnungen, danach noch 16 weitere.

Seit Ende der 40er Jahre war er mit der malerischen Diagnose «Oligophrener mit dissozialen Tendenzen» ständiger Bewohner verschiedener psychiatrischer Kliniken, zuletzt des St. Josephs-Krankenhauses in Weissensee.

Als ich auf der Seite des Wanski-Archivs das Foto eines älteren Herrn mit Mundharmonika und zwei Armbanduhren sah, war mir sofort klar, dass das der gleiche ist, den ich 1985 in Friedrichshain fotografiert habe und dessen Porträt in meinem letzten Buch «Vineta» enthalten ist!