Vergangene Zukunft

Rendering eye titel

Dies ist genau das Buch, das ich machen wollte. Aber während ich mich noch über diese kühne Idee freute, machten Regula Bochsler und Philipp Sarasin schon Nägel mit Köpfen.
Sie zeigen unsere Welt gleichzeitig «hoch aufgelöst» und «in Auflösung begriffen» («high re:solution/dis:solution») (Bernd Stiegler). Dazu verwenden sie nicht ihre eigene Kamera, sondern die von Apple, so wie vor ihnen auch schon Michael Wolf Googles Street-View-Kameras benutzt hat, um seine «unfortuate events» zu finden. „Vergangene Zukunft“ weiterlesen

Rezension «Replies» in «Photonews»

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Andreas Trogisch stellt die Fotografie auf den Kopf. Seine überwiegend tiefschwarzen Bilder machen nicht nur deutlich, warum die monochrome Fotografie nie ganz aussterben darf, sie offenbaren zudem Erstaunliches. Trogisch rückt das sonst Tiefen und Schatten bildende Schwarz in den Vordergrund seiner Kompositionen. Die Schwarznuancen dominieren, als würden sie aus sich heraus strahlen. Es ist eine melancholische Welt, aus der Trogisch berichtet. Etwas morbide, alltagsfern, verwirrend und beunruhigend zugleich. Meditativ und voll von Energie, die fast jeder verspüren kann. „Rezension «Replies» in «Photonews»“ weiterlesen

Ein Tag in alle Ewigkeit

Anfang 2012 erschien «im Netz» ein Aufruf an alle Fotografen weltweit, ihr persönliches Umfeld am 5. Mai 2012 zu dokumentieren. Da an diesem Tag der Künstler und Musiker Bob Rutman seinen 81. Geburtstag mit einem Konzert Kunsthaus Bethanien gefeiert hat, habe ich die Bilder von diesem Ereignis eingereicht.  Zusammen mit allen anderen weltweit an diesem Tag aufgenommenen wurden sie 2013 in einer schwedischen Kupfermine eingelagert.

Nachdem das also schon mal für die Ewigkeit sichergestellt ist, wurde allerdings die Web-Domain des Ausrichters der Fotoaktion (aday.org) im Jahr 2017 zu einem Portal für Online-Kasinos, so wie es vor 2011 dort eine Jobbörse gab – soviel zur Ewigkeit des Internets. Vielen Dank an die Wayback Machine, ohne  die ich doch ziemlich ratlos gekuckt hätte.

Bob Rutman an seinem 81. Geburtstag am 5. Mai 2012 im Kunsthaus Bethanien

Warum fotografieren?

Warum fotografieren? Warum nicht etwas anderes machen: malen beispielsweise? Warum fotografieren, wenn es keinen Auftraggeber und keinen Abnehmer für die Bilder gibt? Warum fotografieren, wenn anscheinend doch schon alles fotografiert ist? Wenn eine Bilddatenbank damit wirbt, dass sie 10 000 neue Bilder hat – und zwar täglich – das Stück zu 21 Cent? „Warum fotografieren?“ weiterlesen